2006 haben wir 5000 Sets von Gefühls- und Bedürfniskarten und 15 Wegen diese zu benutzen, herausgebracht. Damals entschieden wir uns, diese GROK! zu nennen. Jetzt sind wir dabei, weitere 5000 zu produzieren und wir sind voller Freude über die Geschichten, die uns Menschen darüber erzählen, wie sie die Karten benutzen, um Verbindung, Verständnis und Heilung zu bewirken. nvcproducts.com
Hier möchten wir drei der 15 Spiele von GROK vorstellen:
Ich würde mich so fühlen, wenn...
Ein/e Spieler/in zieht eine Gefühlskarte und ohne sie zu lesen, zeigt er/sie sie der restlichen Gruppe. Die Gruppenmitglieder sagen nun:"Ich würde mich so fühlen, wenn..." und erzählen dann die Umstände, unter denen sie wahrscheinlich solche Gefühle erfahren würden. Der/die Spieler/in versucht das Gefühl auf der Karte zu erraten.
Das Schuldspiel
Ein/e Spieler/in denkt an eine Situation, in welcher er/sie sich schuldig gefühlt hat (oder sich immer noch fühlt). Der/die Spieler/in sagt:" Wenn ich mich schuldig fühle, erzähle ich mir selbst, dass ich ________________sollte/nicht sollte." Die Bedürfniskarten werden jetzt unter den Mitspieler_innen ausgeteilt und sie vermuten der Reihe nach:"Fühlst du dich schuldig (verletzt, ängstlich, enttäuscht, traurig, frustriert, ärgerlich), weil du___________brauchst, willst, wert schätzt?" und legen die entsprechende Karte vor dem/der Spieler_in ab. Wenn das so zwei bis drei Mal im Kreis herumgegangen ist, sagt der/die Spieler_in, welche Bedürfnisse für ihn/sie am meisten auf die Situation zutreffen.
ÄrgerRRRR Spiel
Ein/e Spieler/in denkt an eine bestimmte Situation, in der er/sie sich geärgert hat (oder immer noch ärgert) Der/die Spieler/in sagt:"Wenn ich mich ärgere, erzähle ich mir selbst, dass du_________solltest/nicht solltest." (das kann alles sein wie "Du solltest mich nicht anschreien." oder "Du solltest den anderen Kandidaten wählen.", usw.) Die Bedürfniskarten werden unter den restlichen Mitspieler_innen aufgeteilt. Sie vermuten nun der Reihe nach:"Fühlst du dich ärgerlich (oder ein anderes Gefühl wie verletzt, ängstlich, enttäuscht, traurig, frustriert, usw.), weil du ____________brauchst, willst, wert schätzt?" und legen ihre Bedürfniskarten vor dem/der Spieler_in ab. Wenn das zwei, drei Runden so gegangen ist, sagt der/die Spieler_in, welche Bedürfnisse am meisten auf ihn/sie in dieser Situation zutrafen bzw. -treffen.
Eine Mutter, ihr Sohn und seine Freundin finden Verbindung zueinander
Hier ist ein Weise wie wir die Karten erst vor kurzem in einer Gruppe benutzt haben. Als Teilnehmer_innen waren eine Mutter, ihr 19-jähriger Sohn und dessen Freundin da. Für den Sohn war es seine erste Erfahrung mit einem Kommunikationsseminar. Am Ende einer ca. 2-stündigen Einheit, in welcher er ausgedrückt hatte, dass er eben keine Gefühle und Bedürfnisse habe, sagte er:"Und, was ist daran so' ne große Sache?" Also fragte ich ihn, ob es in der letzten Woche etwas gegeben habe, über das er nicht so glücklich gewesen ist. "Na klar!" erwiderte er, "aber was soll man da groß drüber reden, das ist im Leben halt so, dass Dinge passieren. Da brauch ich echt nicht drüber reden." Ich gab ihm einen Satz Gefühlskarten und ich fragte ihn, ob er bereit wäre, die Karten einmal ganz schnell durchzublättern und die heraus zu legen, die irgendwie auf seine Situation zuträfen. Er war damit gleich einverstanden, blätterte die Karten schnell durch und legte ungefähr zwölf Karten vor sich ab. Ich bat ihn, uns zu sagen, welche Gefühle auf den Karten stünden, ohne uns etwas über die Situation zu erzählen. Er war auch damit gleich einverstanden und drückte seine Gefühle aus, während er nochmal jede Karte in die Hand nahm. Während er das tat, erzählte er auch ein paar Details der Situation. Ich dankte ihm und fragte ihn, ob es für ihn in Ordnung sei, wenn die andern in der Gruppe jetzt mal Vermutungen darüber machen würden, was ihm in der Situation wichtig gewesen wäre und er dabei nichts anderes täte als sich zurück zu lehnen und einfach nur darauf zu achten wie sich sein Körper bei den einzelnen Vermutungen anfühlt. Abermals war er gleich einverstanden. Eine/r nach dem/der anderen vermutete nun ein Bedürfnis, indem er/sie es mit einem der genannten Gefühle verband, z.B. "Ich frage mich, ob du schockiert warst, weil du gesehen werden wolltest." Nachdem 18 Vermutungen ausgesprochen und 18 Karten auf den Boden gelegt worden waren, bat ich den jungen Mann, die Bedürfniskarten in irgendeiner Weise anzuordnen, die eine Bedeutung für ihn hätte, und wenn er wollte, könnte er dabei sprechen oder es auch schweigend tun. Während er die Karten herumschob, arrangierte und in Gruppen zusammenlegte, entschied er sich dafür zu darüber sprechen, welche Bedeutungen sie für ihn hatten. Er sprach mit großer Klarheit und in Verbindung mit seinen Bedürfnissen. Als er aufhörte, sah er uns alle an, einschließlich seiner Mutter und seiner Freundin. Ich fragte ihn wie sich sein Körper gerade anfühle und er erzählte uns, dass sich seine Brust warm und offen anfühle und dass er selbst sich ruhig und gut fühle und glücklich .... und überrascht ... und verstehend:"Ich glaube, ich habe doch Gefühle! und Bedürfnisse auch." Wir drückten alle unsere Wertschätzung dafür aus, dass er das mit uns geteilt hatte und als die Gruppe diese Einheit abschloss, umarmten er und seine Freundin sich sehr oft.
Wir benutzen die Karten in dieser Weise auch, wenn wir mit Paaren arbeiten. Und einige Paare, Freund_innen, Kolleg_innen und Einzelne benutzen die Karten selbständig, wenn sie Konfliktsituationen besser verstehen und einen neuen Raum schaffen wollen, in dem Bewegung und neue Strategien entstehen können.


















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